Neuland

Vom 7. bis 9. Juli 2000 fand das Jugendcamp der Ev. Jugend der KPS in Ferropolis statt. Allerdings war das riesige Gelände mit gut 1000 Besucheren längst nicht so gut gefüllt...

30.06.2000 Mitteldeutsche Zeitung

Jugendcamp in Ferropolis

Markt der Möglichkeiten -

Vision vom Neuland

 

Vielfältiges Programm mit Musik aller Art, Talk zu brisanten Themen, Theater, Kunst, Sport - 3000 Teilnehmer erwartet

VON UNSEREM REDAKTEUR MARCEL DUCLAUD

Ferropolis/MZ. "Neuland" heißt das Motto für ein Jugendcamp mit stattlicher Dimension, das am nächsten Wochenende (7. bis 9. Juli) in Ferropolis stattfinden wird. Der Begriff bezieht sich sowohl auf die Tagebaulandschaft als auch auf ein Anliegen der Veranstalter. Stephan Dorgerloh, frisch gebackener Direktor der Evangelischen Akademie: "Der Expo-Slogan Mensch -Natur - Technik ist sehr wirtschaftsfreundlich formuliert. Wir müssen aber Neuland betreten, um Visionen von einer lebenswerten Welt entwickeln zu können. Der Ort ist also bewusst gewählt. In Ferropolis wird deutlich, was Menschen der Natur angetan haben."

Aber natürlich eignet sich das weitläufige Areal auch bestens für ein solches Camp, das "zentrale Jugend-Festival der Expo-Korrespondenz-Region", getragen von der Evangelischen Kirche mit einem facettenreichen Angebot, das sich nicht allein an konfessionell gebundene Jugendliche richtet. Gerechnet wird mit rund 3000 Teilnehmern, die zum Teil auf dem Gelände übernachten werden.

Gäste, die zumeist in das Programm eingebunden sind, reisen aus verschiedenen Ländern in die Stadt aus Eisen bei Gräfenhainichen. Sie kommen aus Frankreich wie aus Polen, Ungarn und Afrika, Palästina und Russland. Angekündigt ist neben Ministerpräsident Reinhard Höppner, der als Schirmherr fungiert, auch Salomon Perel aus Israel, Hauptfigur des Filmes "Hitlerjunge Salomon". Der Streifen läuft am Freitag (7. Juli) eine halbe Stunde nach Mitternacht.

Um Personen und Geschichte geht es nicht zuletzt in den Themenzelten. Dorgerloh etwa moderiert Gespräche unter der Überschrift "Zurück zu den Wurzeln". Befragt wird neben anderen Gerlinde Kuppe, Sozialministerin - zu Brüchen und Neuland, zu ihrem Lebensweg. Indes, das Spektrum ist breit, und so sind weitere Talk-Runden "Deutschland ein Entwicklungsland" oder "Christsein in der Schule", "Was wird aus der Bundeswehr?" oder "Cannabis denn Sünde sein" oder "Sexplosiv" betitelt.

Das Jugendcamp beginnt Freitag (7. Juli) 20 Uhr mit Soul und Pantomime. Es folgen Bibellese-Marathon und Gospel, das Thalia-Theater Halle und Folk-Musik. Die Nacht endet mit Lagerfeuer, Liedern, Tänzen. Am Sonnabend (8. Juli) spielen Nachwuchsbands aus Sachsen-Anhalt, laden Workshops zum Mitmachen (zum Beispiel: afrikanisch Trommeln und Tanzen, Artistik, Graffiti, Breakdance, Glasmalen). Es gibt den Markt der Möglichkeiten mit Weltdienstarbeit oder Solarauto-Fahren, Bildhauerei oder Bücherbörse, Klagemauer oder Antirassismusarbeit. Der Sportplatz bietet unter anderem Skaterbahn und Kletterwand, Bogenschießen und Volleyball. Last but not least kommen auch an diesem Tag Theater und Musik nicht zu kurz. Es treten beispielsweise auf Schauspieler aus Russland und Palästina. Zu hören gibt´s Jazz und jiddische Lieder, Hip Hop und afrikanische Trommeln - am Schluss steht eine Techno-Nacht.

Sonntag Mittag schließlich endet das Jugendcamp mit einem Gottesdienst unter dem Motto "Die Vision vom Neuland".


FERROPOLIS – Stadt aus Eisen

Gräfenhainichen, Tagebau Golpa-Nord: Jahrzehntelang ein Ort entfesselter Industriekräfte und Umweltsünden, heute eine Festival-Arena im Schatten riesiger Kohlebagger. 

Museum und Veranstaltungen

Ferropolisstraße 01
06773 Gräfenhainichen

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