Botschaft des Jugendkirchentages „Mut zur Barmherzigkeit“

Jung, Frau und Ausländerin. Obwohl sie von ganz oben kam, ist sie ganz nach unten gegangen. Sie brach mit höfischen Traditionen, übte zivilen Ungehorsam und setzte sich über adlige Konventionen hinweg. Mit ihrem Handeln stellt sie die Macht der Mächtigen in Frage. Statt in den Krieg, zog es sie zu den Armen. Um ihres Glaubens und der Gerechtigkeit willen. Sie wollte kein Land, sie wollte die Herzen erobern und Menschen helfen.
 
Noch heute fordert uns die heilige Elisabeth zum Handeln heraus. An ihr scheiden sich die Geister, nach wie vor. Ihr Leben ist eine Aufforderung an uns, uns für eine gerechte und solidarische Welt ohne Armut und Ausbeutung einzusetzen.
 
800 Millionen Menschen sind weltweit chronisch unterernährt, alle 5 Sekunden stirbt ein Kind an Hunger.
Die maßlose Ausbeutung der natürlichen Ressourcen beschleunigt den Klimawandel mit unabsehbaren Folgen, vor allem für die ärmsten Regionen der Erde.
Vor den Küsten Europas und an den Zäunen von Ceuta und Melilla sterben Menschen auf der Flucht vor politischer Verfolgung oder der Suche nach einem Leben ohne Not, Armut und Hunger.
Gleichzeitig werden das Zuwanderungsgesetz in Deutschland verschärft und Ausländer kriminalisiert.
Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Intoleranz und Rechtsradikalismus gewinnen Raum nicht nur in den Köpfen der Menschen.
Während die Zahl der Milliardäre sich in Deutschland in den letzten 5 Jahren verdoppelt hat, stieg die Zahl der Armen ständig. Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich weiter geöffnet. Jedes dritte Kind lebt in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, in Armut.
 
So geht es nicht weiter. Die Würde aller Menschen ist unantastbar. Jeder Mensch ist ein einmaliges Geschöpf Gottes und so Schwester und Bruder.
 
Deswegen braucht die Welt unseren „Mut zur Barmherzigkeit“.  Sie braucht unseren deutlichen Protest, wo das Ebenbild Gottes zerstört wird.
Deswegen rufen wir anlässlich des bevorstehenden G 8 – Gipfels in Heiligendamm auf:

  • beteiligt euch an friedlichen Aktionen gegen den G 8 –Gipfel in Heiligendamm und zeigt damit, dass ihr eine andere, gerechte Wirtschaftspolitik, die Entschuldung   der armen Länder und eine gerechte Verteilung der Reichtümer dieser Erde wollt.
  • macht mit bei der Aktion „ 8 Minuten für Gerechtigkeit“ am 6. Juni in euren Gemeinden und Jungen Gemeinden und gebt damit der Hoffnung Ausdruck, dass      allen Menschen Gerechtigkeit widerfahren wird. Läutet die Glocken in euren Kirchgemeinden und ladet zu Andachten und Friedensgebeten ein.
  • kauft Produkte, die unter sozial verträglichen und fairen Bedingungen sowie umweltgerecht hergestellt werden
  • widersteht und widersprecht den Parolen derer, die Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass schüren
  • fragt danach, was Christus heute sagen würde angesichts der Armut und des Elends auf dieser Welt.      

 
12.5.2007 - Eisenach
 
 
Rückfragen
Ulrich Töpfer, Landesgeschäftsführer der Evangelischen Jugend in Thüringen