gelebt - liebt - geliebt

Es sind drei Worte, die sich im Campmotto entdecken lassen.

Oft werden wir gelebt – bestimmt von Erwartungen anderer, von Terminen und vom Leistungsdruck, vielleicht auch von der Angst zu versagen und dann nicht mehr geliebt zu werden.

Daneben steht die Sehnsucht nach Leben. Sie ist Antriebskraft, Teufelskreise zu durchbrechen, „Nein“ zu sagen, das rechte Maß zwischen Arbeit und Freizeit zu finden. Wir haben viele Möglichkeiten unser Leben zu leben, die Sehnsucht nach Leben wach zu halten, uns gegen lebensfeindliche Strukturen und Erwartungen zu wehren. Nur welche lassen sich nutzen?

Zu lieben und wohl noch mehr, geliebt zu sein, ist wohl eine unserer größten Sehnsüchte. Dafür lässt sich aktiv etwas tun und zugleich ist beides immer auch ein Geschenk.

Geliebt zu werden setzt voraus, dass es ein Gegenüber gibt, das lieben kann.

Lieben zu können setzt voraus, geliebt zu sein.

Liebe lässt sich nicht machen, nicht herstellen. Sie lässt sich nicht auf Halde legen. Liebe ist Risiko und Wagnis und sie lässt sich sichtbar machen. Durch die Art, wie wir leben, wie wir uns begegnen, wie wir miteinander umgehen.

Erich Fromm fragt in einem seiner bekanntesten Bücher: „Ist Lieben eine Kunst? Wenn es das ist, dann wird von dem, der diese Kunst beherrschen will, verlangt, dass er etwas weiß und dass er keine Mühe scheut. Oder ist die Liebe nur eine angenehme Empfindung, die man rein zufällig erfährt, etwas, was einem sozusagen ‚in den Schoß fällt’, wenn man Glück hat?“

Fragen – Spannungsbögen – Ambivalenzen

Wir finden sie auch in der Bibel, dem Buch, das sich auch als Liebesgeschichte Gottes mit den Menschen lesen lässt. In ihr wird erzählt vom Verliebtsein und von Leidenschaft, von Vertrauen und Getragensein, von Geborgenheit und Zuwendung, aber auch von Enttäuschung, Streit, Ärger und Trennung.

 

Zwei Bibeltexte sollen den Fragen und dem Nachdenken über das Campmotto Nahrung geben:

  1. Genesis Kap. 3

Die Geschichte vom Weg in die Autonomie, vom Weg zu eigenverantwortlichem Handeln. Nicht gelebt werden, sondern leben!

  1. 1. Johannesbrief Kap. 4,9-10

Unser Leben ist gegründet in der Liebe Gottes. Ihr Gesicht und ihr Wesen ist sichtbar geworden in Jesus Christus.  Weil er uns liebt, können wir leben.