Wer steckt da dahinter?


90 ehrenamtliche Mitarbeiter und freiwillige Helfer wuselten bereits Tage vor dem Camp wie die Ameisen im Kloster Volkenroda umher, um das Gelände vorzubereiten. Zelte wurden aufgestellt, Plakate gemalt, Federn in große Ballons gefüllt, Hinweisschilder angebracht ... Einige kochten, andere spülten, die nächsten trugen Tische und Bänke dorthin, wo sie gebraucht wurden. Ein emsiges Treiben, bei dem jedoch keine Hektik aufzukommen schien. Selbst die Abgesandten der Polizei des Gesundheit- und des Ordnungsamtes sahen entspannt aus, als sie Wasserhähne, Bühnen und verschiedene prophylaktisch zu bedenkende Orte abnahmen oder einfach nur ihre Runden drehten. Am Donnerstag platzte ein heftiger Regen mitten in die Arbeit der fleißigen Schar und warf den Aufbau um Stunden zurück. Das Schöne an dem vielen Wasser war, dass das Team näher zusammenrücken musste, dass sich das Miteinander im Chaos einspielte und funktionierte. Jeder versuchte, irgendwo etwas zu retten, Planen zu halten oder die nässegefährdeten Dinge ins Trockene zu bringen. Wunderbare Aufnahmen lassen das Ganze im Nachhinein wie ein großes Abenteuer aussehen. Dass die halbe Crew hinterher überall die Klamotten zum Trocknen aufhängen musste, wird so schnell sicher nicht in Vergessenheit geraten.

Im Raum unter dem Campbüro – Koordinationsmittelpunkt und Anlaufstelle für alle möglichen Fragen – hatten sich die „Mediatoren“ versammelt: Die, die ihre Sinne aufsperren für das, was ringsum passiert, um es als Bilder, Töne und Worte in die technischen Hilfsmittel zu bannen. Eine vierköpfige Crew aus dem nordwestlich von Magdeburg gelegenen Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt (HDL-WMS) hatte sich bereit erklärt, einen Dokumentationsfilm zu drehen. 2006 war die Camp-DVD von einer Firma produziert worden, aber das Ergebnis war den Jugendlichen schlichtweg „zu langweilig“ gewesen. So hatte sich die Gruppe um den Jugendreferenten Jochen Reinke beim Kreisjugendkonvent kurzerhand entschlossen, diesen Part 2008 in die eigenen Hände zu nehmen. Bewaffnet mit mehreren Kameras zogen sie nun über das Camp und fingen ein, was junge Gemüter bewegt und bewegen soll. Im Zeitraffer wurde der Aufbau der Bühne und der Zeltstadt verfolgt, die Teilnehmer wurden befragt, aber auch während der Workshops, Gottesdienste und vor der Hauptbühne gefilmt. Jochen Reinke, der in der Jugendarbeit schon seit mehreren Jahren gute Erfahrungen mit bewegten Bildern machen konnte, wollte auch hier möglichst vielfältige und spannende Eindrücke festhalten – eben in einem mitreißenden Impulsfilm über das Camp für all jene, die nicht dabei sein konnten, und eine bunte Erinnerung für die, die dabei gewesen sind. Und damit auch nicht das kleinste Detail übersehen wird, füllten zusätzlich drei erstklassige Fotografen 16 GB mit ihren weit über 4000 Aufnahmen – Porträts, Details, stimmungsvolle Perspektiven.

Viele der fleißigen Helfer waren nicht das erste Mal im Camp-Team. Die abwechslungsfreudige Jugend meint zwar: „Volkenroda ist toll. Aber zweimal ist genug. Nächstes Mal kann das Camp ruhig wieder woanders stattfinden. Das ist ja das Schöne an einem Camp: Es muss nicht immer am selben Ort aufschlagen.“ – Doch die Veranstalter haben gerade erst Feuer gefangen und begonnen, die seit der Wende wieder zum Leben erweckte Klosteranlage optimal zu nutzen. „Volkenroda bietet einige Vorzüge. Auch das Engagement der Jesus-Bruderschaft ist dabei nicht zu vernachlässigen.“, sagt Matthias Sengewald, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit beim Bund Evangelischer Jugend in Mitteldeutschland. Ohne die Mitarbeit der Ehrenamtlichen und ohne die finanzielle Unterstützung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und des Landes Thüringen wäre ein so großes und facettenreiches Fest nicht möglich gewesen.

Claudia Kanz


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